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Gravierende Missstände bei Beschaffungen der Stadt Bern (Swiss Press Text 2013, von Christoph Lenz) - Swiss Press Award

Der Bund

Nominiert
Text
2013

Christoph Lenz

2011 vergab die Stadt Bern einen ihrer grössten Sicherheitsaufträge (CHF 420 000) an die SAS Security AG. Im Januar 2012 stiess ich bei Recherchen zu Dominique Aeby, dem Unternehmer hinter der SAS, auf eine lange Liste von Konkursen und auf Millionenverluste bei privaten und öffentlichen Gläubigern. Im Mai 2012 bestätigte die Staatsanwaltschaft erstmals, dass sie gegen Aeby ermittelt - unter anderem wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Das Verfahren dauert schon mehrere Jahre, Anfang 2013 soll Anklage erhoben werden.
Im Juni erhielt die Geschichte einen weiteren Dreh: Meine Recherchen zeigten, dass ausgerechnet die Schwester des SAS-Geschäftsführers für die Stadt Bern die Kontrolle der SAS-Aufträge versieht. Sie hatte den Job von ihrem Bruder geerbt - er hatte die Stadtverwaltung verlassen und war zur SAS gegangen, nachdem er selbst lange für die SAS-Kontrolle zuständig war. In den folgenden Wochen deckte ich weitere Verfilzungen bei der Stadt Bern auf. Meine Recherchen führten zu einer unabhängigen Untersuchung, die meine Befunde weitestgehend stützte. Seither hat die Verwaltung eine Vielzahl von Massnahmen eingeleitet, die im Bereich Beschaffungswesen zu mehr Transparenz und weniger Fehleranfälligkeit führen sollen.

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