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Thuner Tagblatt deckt Fall von Inserate-Boykott auf (Swiss Press Text 2015, von Geissbühler Stefan) - Swiss Press Award

Thuner Tagblatt/Berner Oberländer

Text
2015

Geissbühler Stefan

Im Vorfeld einer lokalen Abstimmung über eine Zonenplanänderung publizierte das Thuner Tagblatt diverse Beiträge zum Thema.

So hatte die Stadt Thun zusammen mit privaten Investoren geplant, die bestehende Automeile in Seenähe aufzuheben (um attraktiven Wohnraum zu erschliessen) - und die dort ansässigen Garagenbetriebe an die Stadt-Peripherie umzusiedeln.

Recherchen zeigten aber, dass kein einziger Garagenbetrieb gewillt war, seinen herkömmlichen Standort zu verlassen (und dass weder Stadt noch Investoren mit den Garagiers Gespräche geführt hatten).

Dies veröffentlichte das Thuner Tagblatt unter dem Titel Eine Automeile - ohne Autohändler in der Ausgabe vom 30.1.2014.

Die Reaktionen von Stadt und Investoren waren heftig. Die Investoren teilten der Chefredaktion per Mail mit, dass auf Grund dieses Artikels auf die Schaltung sämtlicher im Thuner Tagblatt geplanten Abstimmungs-Inserate im Umfang von mehreren zehntausend Franken verzichtete werde.

Das Thuner Tagblatt entschied sich, diesen Inserate-Boykott nach den Empfehlungen des Presserates öffentlich zu machen und zu kommentieren (Ausgabe vom 1.2.2014).

Die Zonenplanänderung wurde in der Folge mit 64 Prozent Nein-Stimmen klar abgelehnt.

Am Tag nach der Abstimmung liess die Stadt Thun verlauten, dass über das Gebiet der in Seenähe bestehenden Automeile eine so genannte Planungszone verhängt werde. Mit dem Resultat, dass die dort ansässigen Autogaragen ihre Betriebe auf lange Zeit hinaus weder verändern noch ausbauen dürfen (Ausgabe vo. 13.2.2014).

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